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Die Genomikbranche hat ein Transparenzproblem

Die Verbraucher-Genomik-Branche hat ein Jahrzehnt lang Versprechungen gemacht. Entdecken Sie Ihre Herkunft. Ermitteln Sie Ihre Gesundheitsrisiken. Verstehen Sie Ihre DNA. Was sie jedoch – von wenigen bemerkenswerten Ausnahmen abgesehen – nicht getan hat, ist, den Kunden zu erklären, was sie tatsächlich mit deren Daten macht, wo die Grenzen ihrer Produkte liegen und was passiert, wenn das Geschäftsmodell nicht mehr funktioniert.

Im Jahr 2025 meldete 23andMe Insolvenz an. Die genetischen Daten von 15 Millionen Menschen wurden in ein gerichtlich überwachtes Verkaufsverfahren eingebracht. Die Generalstaatsanwälte der Bundesstaaten gaben öffentliche Warnungen heraus. Die Kunden beeilten sich, ihre Konten zu löschen. Und der Rest der Branche verhielt sich weitgehend still.

Dieses Schweigen ist Teil des Problems.

Die drei Transparenzlücken

1. Was der Test tatsächlich anzeigt

Die meisten DNA-Tests für Verbraucher nutzen die Genotypisierung – eine Technologie, die etwa 0,01 % Ihres Genoms auswertet. Dies wird nicht deutlich hervorgehoben. Marketingbegriffe wie „DNA-Test“, „genetische Erkenntnisse“ und „Gesundheitsberichte“ erwecken den Eindruck von Vollständigkeit. In Wirklichkeit überprüft die Genotypisierung eine vorab ausgewählte Liste bekannter Marker und lässt alles andere außer Acht: seltene Varianten, strukturelle Veränderungen, nicht-kodierende Regionen und neuartige Mutationen.

Diese Unterscheidung ist keineswegs rein theoretischer Natur. Es gab bereits Fälle, in denen Patienten „negative“ Ergebnisse von Verbrauchertests erhielten und davon ausgingen, sie seien gesund – nur um später durch klinische Tests festzustellen, dass sie pathogene Varianten in sich trugen, für deren Nachweis der Verbrauchertest gar nicht ausgelegt war.

2. Wohin die Daten gelangen

Mehrere große Anbieter von Genomdienstleistungen für Verbraucher haben die genetischen Daten ihrer Kunden durch Partnerschaften mit Pharmaunternehmen monetarisiert – wobei der 300-Millionen-Dollar-Vertrag zwischen GlaxoSmithKline und 23andMe das bekannteste Beispiel ist. Zwar wurden diese Partnerschaften technisch gesehen in den Nutzungsbedingungen offengelegt, doch zeigen Untersuchungen immer wieder, dass den meisten Kunden nicht bewusst war, dass ihre DNA-Daten für die kommerzielle Arzneimittelentwicklung genutzt wurden.

Das Problem in Bezug auf die Transparenz besteht nicht darin, dass es Partnerschaften gibt – Partnerschaften in der Genomforschung können die Arzneimittelentwicklung beschleunigen. Das Problem ist vielmehr, dass die Kunden kein klares, ehrliches Verständnis davon hatten, wozu sie ihre Einwilligung erteilt haben.

3. Was passiert, wenn das Unternehmen scheitert?

Dies ist die Lücke, die die Insolvenz von 23andMe offenbart hat. Nach US-Recht gibt es keinen bundesweiten Rechtsrahmen, der genetische Daten im Falle einer Unternehmensinsolvenz oder -übernahme gezielt schützt. Das Gesetz gegen die Diskriminierung aufgrund genetischer Informationen (Genetic Information Nondiscrimination Act, GINA) verhindert Diskriminierung durch Krankenkassen und Arbeitgeber, sagt jedoch nichts darüber aus, was mit Ihren DNA-Daten geschieht, wenn das Unternehmen, das diese speichert, in einen gerichtlich beaufsichtigten Verkauf eintritt.

Das bedeutet, dass jede Datenschutzzusage eines in den USA ansässigen Genomikunternehmens strukturell vom Fortbestand des Unternehmens abhängt. Wird das Unternehmen verkauft, übernommen oder geht es in Konkurs, können die Daten mitwechseln.

Wie höhere Standards aussehen

Transparenz in der Genomik ist nicht kompliziert. Dazu müssen fünf Fragen klar und deutlich beantwortet werden – und zwar nicht versteckt in den Nutzungsbedingungen:

  1. Welche Technologie kommt bei diesem Test zum Einsatz, und wie viel Prozent des Genoms werden dabei sequenziert? Genotypisierung, Exomsequenzierung und Gesamtgenomsequenzierung sind grundlegend unterschiedliche Technologien mit unterschiedlichen Leistungsmerkmalen. Kunden sollten wissen, für welche Technologie sie sich entscheiden.
  2. Wo werden die Daten verarbeitet, und nach den Datenschutzgesetzen welches Landes? Die Rechtsordnung bestimmt den Schutz. In der EU gemäß der DSGVO verarbeitete Daten genießen durchsetzbare Schutzmaßnahmen, die für in den USA verarbeitete Daten nicht gelten.
  3. Werden die Daten an Dritte weitergegeben, und zu welchen Zwecken? Wenn genetische Daten für die pharmazeutische Forschung verwendet werden, sollte dies in verständlicher Sprache bereits beim Kauf offengelegt werden – und nicht in Absatz 47 einer Datenschutzerklärung.
  4. Kann der Kunde seine Daten endgültig löschen? Nicht deaktivieren. Nicht archivieren. Löschen. Und besteht eine gesetzliche Verpflichtung, dem nachzukommen?
  5. Was passiert mit den Daten, wenn das Unternehmen verkauft wird oder in Konkurs geht? Wenn die ehrliche Antwort „Das wissen wir nicht“ lautet, sollte dies klar und deutlich angegeben werden.

Wo Dante Labs steht

Wir schreiben diesen Artikel, weil wir der Meinung sind, dass Transparenz ein Branchenstandard sein sollte und kein Wettbewerbsvorteil. Da dies jedoch noch kein Branchenstandard ist, möchten wir unseren Standpunkt wie folgt darlegen:

  • Technologie: Dante Labs bietet eine 30-fache Gesamtgenomsequenzierung an – dabei werden 100 % Ihres Genoms gelesen, nicht nur 0,01 %.
  • Rechtsraum: Jedes Genom wird in unserem Partnerlabor in Italien gemäß der DSGVO verarbeitet. Ihre genetischen Daten fallen unter die „besonderen Datenkategorien“ – die höchste Schutzstufe im europäischen Recht.
  • Datenaustausch: Ihre genetischen Daten werden nicht an Pharmaunternehmen, Datenvermittler oder Dritte verkauft.
  • Löschung: Sie können jederzeit die endgültige Löschung beantragen. Dante Labs ist gemäß DSGVO gesetzlich verpflichtet, diesem Antrag innerhalb von 30 Tagen nachzukommen.
  • Unternehmensereignisse: Gemäß der DSGVO ist jeder Rechtsnachfolger – sei es durch Übernahme, Fusion oder Umstrukturierung – an dieselben Datenschutzverpflichtungen gebunden, die zum Zeitpunkt der ursprünglichen Erhebung der Daten galten. Dies ist gesetzlich vorgeschrieben und keine Richtlinie.

Warum das gerade jetzt wichtig ist

Die Genomikbranche steht vor einer Phase erheblichen Wachstums. Die Kosten für die Sequenzierung sinken. Das Bewusstsein der Verbraucher wächst. Und die Technologie selbst wird für die klinische Entscheidungsfindung zunehmend nützlich. Jetzt ist der richtige Zeitpunkt, um die Standards festzulegen, die bestimmen werden, wie diese Branche im nächsten Jahrzehnt funktionieren wird.

Transparenz ist keine Marketingstrategie. Sie ist eine Voraussetzung für das Vertrauen, das die Genommedizin erfordert. Jedes Unternehmen in dieser Branche – einschließlich Dante Labs – sollte bereit sein, die fünf oben genannten Fragen klar und öffentlich zu beantworten.

Lesen Sie unsere vollständige Seite zu Datenschutz und Datenverwaltung →

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